Couch-Caniden

(placeholder)

Gerrit Stephan, Biologe (B.Sc.), Hundetrainer

Der Hund in der Familie

Topic 1: Wie wir mit Hunden sprechen.

Gergely, Anna, et al. "Differential effects of speech situations on mothers’ and fathers’ infant-directed and dog-directed speech: An acoustic analysis." Scientific Reports 7.1 (2017): 13739.

In dieser Arbeit geht es um unsere Stimmführung im Umgang mit Hunden und Kindern. Sollte es uns wundern, wenn man da die eine oder andere Parallele gefunden hätte?


Topic 2: Spieglein, Spieglein im Urin, sag mir bitte, wer ich bin.

Horowitz, Alexandra. "Smelling themselves: dogs investigate their own odours longer when modified in an “olfactory mirror” test." Behavioural processes 143 (2017): 17-24.


Haben Hunde ein Konzept von sich selbst? In den gängigen Tests im Hinblick auf diese Frage sind sie bisher stets gescheitert. Alexandra Horowitz hat sich ein nettes kleines Experiment ausgedacht, das für mich klar zu den Highlights des Jahres gehört, auch wenn es im ersten Anlauf schief gegangen ist.


Topic 3: Es riecht nach Angst!

D’Aniello, Biagio, et al. "Interspecies transmission of emotional information via chemosignals: from humans to dogs (Canis lupus familiaris)." Animal cognition (2017): 1-12.


Ein methodisch sehr interessanter Versuch in dem sich gezeigt hat, dass der Geruch eines Menschen Informationen über verschiedene emotionale Zustände trägt. Hunde nehmen das tatsächlich wahr, ihr Verhalten änderte sich messbar.



Topic 4: Die Sache mit dem Dackelblick.


Kaminski, Juliane, et al. "Human attention affects facial expressions in domestic dogs." Scientific reports 7.1 (2017): 12914.


Das Ding hat über Presse und soziale Medien eine weite Verbreitung gefunden. Hunde, so die Aussage in den entsprechenden Artikeln, setzen den "Dackelblick" gezielt ein, um Menschen zu beeinflussen. Wie so oft, ist der Originaltext deutlich vorsichtiger formuliert: Die Aufmerksamkeit von Menschen beeinflusst die Mimik von Hunden messbar. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass hier bewusst kommuniziert wird.



Topic 5: Emotionen beim Hund und der menschliche Betrachter.


Kujala, Miiamaaria V. "Canine emotions as seen through human social cognition." Animal Sentience: An Interdisciplinary Journal on Animal Feeling 2.14 (2017): 1.


Miiamaaria Kujala hat ein umfassendes Review zur Forschung über die Emotionen unserer Hunde geschrieben und bringt uns in diesem Punkt auf den aktuellen Stand des Irrtums.



Topic 6: Die Mimik von Mensch und Hund im direkten Vergleich.


Cátia, Caeiro, Guo Kun, and Mills Daniel. "Dogs and humans respond to emotionally competent stimuli by producing different facial actions." Scientific Reports 7.1 (2017): 15525.


Hier wurden die Gesichtsausdrücke von Mensch und Hund seziert und verglichen. Eine methodisch sehr interessante Arbeit mit nicht unbedingt zu erwartenden Ergebnissen.



Topic 7: Hundeverhalten im menschlichen Gehirn.


Desmet, Charlotte, Alko van der Wiel, and Marcel Brass. "Brain regions involved in observing and trying to interpret dog behaviour." PloS one 12.9 (2017): e0182721.


Hier haben die Forscher mal nachgeschaut, was in unseren Gehirnen abläuft, wenn wir Hunde beobachten. Nutzen wir hier dieselben Werkzeuge wie bei unseren Artgenossen?



Topic 8: Lernen und Schlaf beim Hund


Kis, Anna, et al. "The interrelated effect of sleep and learning in dogs (Canis familiaris); an EEG and behavioural study." Scientific Reports 7 (2017): 41873.


In dieser Arbeit wurde die Bedeutung von Schlaf und anderen Faktoren auf Lernergebnisse untersucht. Und das eben endlich auch direkt an Hunden.









Canine-Science-Slam

Unsere Hunde führten in der Wissenschaft lange Zeit ein Schattendasein. Man interessierte sich schlicht nicht für diese „artifiziellen“ Wesen, sondern nur für natürliche Arten und Individuen. Diese mageren Zeiten sind zum Glück schon viele Jahre Geschichte: Hunde sind nämlich für viele Fragestellungen sehr interessante Modellorganismen und zu allem Überfluss auch noch äußerst kooperative Probanden für die entsprechenden Verhaltensexperimente.

2017 ist schon jetzt ein gutes, ja ein sehr gutes Jahr für die Forschung und das Wissen über Hunde.

In dieser kurzweiligen Veranstaltung werden einige interessante Arbeiten aus dem Jahr 2017 vorgestellt und diskutiert. Im Gegensatz zu den wissenschaftsjounalistischen Kurzberichten schauen wir aber schon etwas genauer hin: Die Teilnehmer erhalten einen umfassenden Einblick in Fragestellung, Methodik, Ergebnis und Diskussion der gewählten Studien.


Die Zeit ist natürlich knapp bemessen und reicht nur für wenige Themen.

In der folgenden Abstimmung legen wir die Reihenfolge der vorgestellten Studien fest. Da die Zeit natürlich knapp ist, entscheidet sich auf diesem Wege, welche Arbeiten besprochen werden und welche leider nicht.