Haben Hunde einen inneren Kompass?

Cryptochrome 1 in Retinal Cone Photoreceptors Suggests a Novel Functional Role in Mammals

Dogs are sensitive to small variations of the Earth’s magnetic field

Dieses Doppelpack ist ein typisches "Nice to know". Muss man nicht wissen, macht aber echt Spaß es zu tun. Das erste Paper ist schon ein Brüller. Wenn man wissen möchte, ob eine Spezies das Magnetfeld der Erde wahrnehmen kann, schaut man erstmal, ob man ein entsprechendes Verhalten findet. In dieser Studie haben sie nun festgestellt, dass Hunde sich beim Kot absetzen vorzugsweise in bestimmte Richtungen orientieren. Eine interessante Sache, das schauen wir und dann mal genauer an (wenn ihr wollt).

Brandneu ist die zweite Arbeit. Hier hat man nun nachgewiesen, dass Hunde tatsächlich über ein Protein verfügen, dass eine Wahrnehmung des Magnetfeldes ermöglicht. Ein interessantes Paper, hier geht es unter anderem dann auch um die Evolution des Magnetsinns.

Selbstloses Verhalten bei Hunden?

Familiarity affects other-regarding preferences in pet dogs

In dieser Studie wurde etwas untersucht, das wir lange Zeit nur beim Menschen und seinen engsten Verwandten sehen wollten: Prosoziales Verhalten.

Mit prosozialem Verhalten sind uneigennützige Aktionen gemeint, also Verhaltensweisen von denen nur ein anderer Organismus profitiert und der Akteur selbst leer ausgeht. Gibt es sowas bei Hunden? Selbstlose Kooperation? Und falls ja, macht es einen Unterschied, ob der jeweilige Hund den Profiteur kennt, oder ob er ihm fremd ist?

An der veterinärmedizinischen Uni in Wien hat man sich eine Versuchsanordnung ausgedacht, mit der diese Frage untersucht werden kann. Diese Methodik schauen wir uns dann mal genauer an und diskutieren die Ergebnisse: Wie kann sich solches Verhalten überhaupt entwickeln und auf welchem Weg bleibt es in der Evolution stabil?

Fave Canem

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Gerrit Stephan, Biologe (B.Sc.), Hundetrainer

Unterstütze den  Hund !

Der Canine-Science-Slam ist ein Abendvortrag in dessen Rahmen neue und weniger neue wissenschaftliche Arbeiten über Hunde vorgestellt und diskutiert werden. Die Veranstaltung ist einerseits eine gute Möglichkeit, sich in wissenschaftlichem Denken zu üben und Genaueres über den Stand der Dinge in einzelnen Fragen zu erfahren. Andererseits ist das alles durchaus auch unterhaltsam.

Der Canine-Science-Slam ist ne basisdemokratische Geschichte:  Ich stell' hier einfach einige Studien kurz vor, die ich selbst für geeignet halte und ihr, die potentiellen Teilnehmer der Veranstaltung, stimmt dann drüber ab, welche Arbeiten  konkret in dem Vortrag vorkommen. Bis einschließlich September sammeln wir erstmal, im Oktober/November wird dann abgestimmt und ab Anfang 2017 kann dieser Vortrag dann gebucht werden.

Dominanz und Rangordnung bei Hunden?

Dominance in Domestic Dogs: A Quantitative Analysis of Its Behavioural Measures

In dieser Arbeit geht es um in der Hundeszene umstrittene Denkmodelle: Dominanz und Rangordnung.

Tatsächlich ist diese Studie sehr gut geeignet um über Möglichkeiten und Grenzen dieser Konzepte nachzudenken. Die Diskussion ist ja leider -vorsichtig ausgedrückt- etwas polarisiert: Auf der einen Seite wird behauptet, dass es unter Wölfen und Hunden sowas wie eine Rangordnung gar nicht gibt, auf der anderen Seite werden die Begriffe nach wie vor gerne verwendet, und häufig auch auf die Mensch/Hund-Beziehung angewendet.

Im Rahmen des Vortrages würden wir uns zunächst drüber klar werden, dass Dominanz und Rangordnung keine Tatsachen sind, sondern mehr oder weniger leistungsstarke Denkmodelle. Dann schauen wir uns die konkreten Definitionen dieser Begriffe aus der Studie an und schließlich die Methoden und Ergebnisse.

Schon eine interessante Frage: Was ist dran an der Rangordnung unter Hunden und was eben nicht?